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    Es ist Zeit

„Flügel 1, 2, 3, 4 Index 10 … zu Kammrad – Kammrad … 60 Index 10 gleich 04 Index b … gleich 15 – Pentadezimalsystem.“ Er blinzelte die Windmühle an, die sich vor ihm auftürmte und ihn so klein erscheinen ließ. So klein. Und der Wind wehte so weich, dass ich nur die Augen schließen musste, um mich der Freiheit hinzugeben. Er streichelte mir eine Haarsträhne vor die Stirn – ganz sanft. Ich wunderte mich, wie solche Zartheit etwas so Mächtiges bewegen konnte. So schwer. Dann dachte ich an Großmutter. Wie Mutter sich sorgte. An ihr Lächeln und wie es ihr Gesicht liebevoll in Falten legte. Sie strahlte bis zum Schluss diese Unbeschwertheit aus, immerzu.
„Ist es nicht wie ein Wunder, Jannis?“ Sein Blick war auf seine Füße gerichtet, mit denen er seltsame Zeichen in die Erde malte: „… Grenzwert … x gegen … 4 Index x …“
„Jannis … was machst du da, hast du mich nicht gehört?“ Ich sah ihn fragend an, aber er beachtete mich nicht. Dann plötzlich sah er auf zu mir. „Unendlich minus ein wenig – Lara, es ist Zeit!“, lachte er und rannte einfach los ins Feld hinein, bis er zwischen Weizen- und Roggengräsern verschwand und der Wind mir nur noch den Klang seines herzhaften Lachens ins Gesicht blies. Ich strich mir meine Haarsträhne aus den Augen und blickte noch einmal zu den Flügeln der Windmühle hoch. „Ja“, dachte ich, „es ist Zeit“.


3.6.08 03:13




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